Die ersten Monate in Südafrika

Seit dem letzten Blogeintrag ist leider schon wieder viel zu viel Zeit verstrichen, aber dennoch unglaublich viel passiert.

Es fing alles mit unserem ersten Seminar im Areena Riverside Resort ca. 20 km außerhalb von East London an. Die Einfahrt nach AreenaZum ersten mal nach unserem großen Vorbereitungsseminar in Deutschland trafen sich alle Südafrika Freiwilligen wieder für drei Tage zusammen an einem Ort. Es war eine unglaublich spannende Erfahrung von den anderen Freiwilligen zu hören, was ihre ersten Eindrücke von Südafrika sind und mitzubekommen wie unterschiedlich doch die Arbeit in den einzelnen Einsatzstellen ist. Dennoch war es auch ein unfassbare Erleichterung zu erfahren, dass alle vor sehr ähnlichen challenges in ihren Projekten stehen. Man konnte sich deshalb mit vielen darüber austauschen, wie sie versuchen die Arbeit mit den Kindern zu verbessern bzw. die kleinen Probleme des Alltags in den Griff zu bekommen.

Neben diesen allgemeinen Themen haben wir aber auch noch über den bevorstehenden Besuch der Ministerdelegation aus Niedersachen anlässlich der 20-jährigen Partnerschaft zwischen Niedersachen und dem Eastern Cape gesprochen. Zur Feier des ersten Besuchs eines Ministers aus Niedersachen im Eastern Cape haben wir in Berlin einen Sports Day für unsere drei Schulen organisiert. Dazu aber später mehr…

Aber es standen nicht nur Inhaltliche Themen auf der Tagesordnung. Da wir in einem wunderschönen Resort in der atemberaubenden Natur Südafrikas waren haben wir natürlich die Chance genutzt und sämtliche Möglichkeiten ausgeschöpft.

Giraffe Ebby in Areena

Giraffe Ebby in Areena

Zebras in Areena

Zebras in Areena

So waren wir z.B. an einem Nachmittag auf dem direkt anliegenden Fluss Kanu fahren. Es wurde letztendlich zwar zu einer sehr nassen Angelegenheit, da einem das ein oder andere mal das Ruder entglitten ist und man eine riesige Wasserwelle zu einem anderen Kanu geschossen hat und dies natürlich direkt gerecht wurde. Dennoch hat es super viel spaß gemacht und alle waren begeistert von dem Ausflug.

Aber der Kanutrip war nicht die einzige Aktion, die wir zusammen gemacht haben. Wir hatten außerdem die Chance an einer Wanderung durch die umliegenden Landschaft mit einem Führer teilzunehmen. Das einzige Problem bei der Sache war nur, dass es in der Nacht vorher geregnet hatte und die Trampelpfade zu einer leichten Rutschpartie wurden, was jedoch meistens souverän gemeistert wurde. Die ganze Anstrengung hatte sich doch alleine schon für unfassbar schöne Natur gelohnt. Außerdem verlief der ganze Weg auch deutlich einfacher nachdem wir Bekanntschaft mit den Giraffen machen durften, die sehr zutraulich waren und sich sehr gerne haben streicheln lassen.

Besuch während der Wanderung

Besuch während der Wanderung

 

Ausblick während der Wanderung

Ausblick während der Wanderung

Nachdem wir dann noch viele weitere spannende Theorieeinheiten zusammen mit Brett Armstrong und auch Lars König, unseren beiden Ansprechpartnern in Südafrika, hatten war das Seminar dann auch leider schon vorbei und wir sind zurück nach Berlin gefahren. Nachdem wir am Freitag Nachmittag aus Areena wieder in Berlin ankamen fingen auch direkt am Montag die einwöchigen Schulferien an.

Für mich ging es direkt am Sonntag morgen wieder los Richtung Coffee Bay. Glücklicherweise gab es im Auto der Coffee Bay Freiwilligen noch einen freien Platz und ich wurde mitgenommen. Der Grund für die Reise war die Wanderung von Coffee Bay nach Bulungula, die ich mit ein paar Freunden zusammen gemacht habe.

Unsere Wanderung startete am Mittwoch. Zusammen mit Noah, einem der Coffee Bay Freiwilligen, fing die erste Etappe bis Lubansi an.

Beginn der Wanderung

Beginn der Wanderung

Fast die gesamte Zeit liefen wir an der wunderschönen Wildcoast entlang und kamen an Buchten entlang, wobei eine schöner war als die andere.

Entlang von kleinen Trampelfaden suchten wir unseren Weg über den gefühlt nie endenden Anstieg der vielen Berge. Nach ungefähr zwei Stunden haben wir dann an deinem wunderschönen kleinen Wasserfall halt gemacht.

Auf der Wanderung

Auf der Wanderung beim Wasserfall

Auf der Wanderung

Auf der Wanderung

Auf der Wanderung

Auf der Wanderung

Auf der Wanderung

Auf der Wanderung

Secret Beach - Auf der Wanderung

Secret Beach – Auf der Wanderung

Danach ging es weiter durch die einzigartige Natur Südafrikas bis zu unserem zweiten Stopp beim “Hole in the Wall”.

Danach wurde es nass, da wir einen ca. Brusttiefen Fluss mit unserem Gepäck auf dem Kopf durchqueren mussten. Als wir dann endlich in Lubansi ankamen trafen wir dort auf Moritz und Paul aus Bulungula, sowie Micha aus East London, die uns von Bulungula aus entgegen kamen. In Lubansi haben wir in einem Backpackers übernachtet und sind nach einem traumhaften Frühstück gestärkt nach Blulungula gewandert. Nachdem wir kurz vor dem Ziel nochmal einen Brusttiefen Fluss durchqueren mussten hatten wir es danach geschafft und über 20 km Wanderung zurückgelegt.

Ende der Wanderung

Die restlichen Tage der Ferien verbrachten wir mit verschiedenen Aktivitäten wie z.B. ein Kanutour zu einem Wasserfall, Fußball spielen mit den Kids aus Bulungula sowie viel Surfen und schwimmen. Dabei lernten wir auch die” Bulungula Verhältnisse” näher kennen. Es gab dort z.B. außer für ein paar kleine Lampen keinen Strom im Haus bzw. die nächste Toilette sowie Dusche lag ca. 400 m den Berg hinunter.

Die Aussicht vom Haus in Bulungula

Die Aussicht vom Haus in Bulungula

Nachdem die Ferien um waren blieben wir noch bis Dienstag morgen in Bulungula und schauten uns am Montag das Projekt von Paul und Moritz an.
Am Dienstag fuhren wir dann nach Coffee Bay um Noah in seinem Projekt abzusetzen. Dabei haben wir dann auch gleich noch die Möglichkeit ergriffen, um auch dort noch einmal ein paar Einblicke in seine Arbeit zu bekommen.
Am nächsten Tag ging es dann aber auch schon früh wieder zurück nach Hause um zurück ins eigene Projekt zu kommen und endlich seine “eigenen” Kinder wieder zu sehen.

Eine Woche nachdem ich wieder in Berlin ankam stand dann auch schon der Ministerbesuch und die Sports Clinic auf dem Programm und es gab noch viel zu organisieren. Wir haben die einzelnen Stationen geplant, uns ein eigenes Volleyballnetz gebaut, mit den Kindern Karten und Armbänder als Geschenk für die Delegation gebastelt und noch vieles mehr.
Als es dann endlich soweit war lief zum Glück alles wie geschmiert. Zwar hatte wir mit dem Start der Veranstaltung ca. 20 Minuten Verspätung aber in der “African Time” waren wir quasi noch viel zu früh und da die Delegation auch etwas zu spät war war dies kein Problem. Nachdem die Delegation aus deutschen und Südafrikanischen Ministern dann angekommen war haben sie sich jede Station einzeln angeguckt und mit jedem Freiwilligen gesprochen.

Sports Day

Sports Day

Nach ca. 1,5 Stunden war die Veranstaltung auch vorbei. Die Teilnehmenden Kinder von allen drei Schulen aus Berlin haben neben einem T-Shirt auch ein Lunchpaket bekommen und alle sind nach einem gelungenen Tag glücklich nach Hause gegangen.
Aber auch sonst ist in Berlin ist einiges passiert.
Zusammen mit meiner Projektpartnerin haben wir die Fußballprojekte der ehemaligen Freiwilligen an der Ilitha Secondary Primary School wieder aufgenommen. Ich habe dabei des U13 Team von Lasse (einem ehemaligen Freiwilligen aus Berlin) übernommen und wieder begonnen zu trainieren, was sich aber einfacher anhört als man denkt, da es ab und zu auch ungebetene Gäste gibt.

Kühe auf dem Sportfeld

Kühe auf dem Sportfeld

Mein Team

Mein Team

Bereits am Wochenende nach der ersten Trainingseinheit mussten wir auch schon direkt zu einem großen Turnier, an dem mehrere Schulen aus der Umgebung teilnahmen. Das “Steve Biko” Turnier wurde anlässlich eines schwarzen Politikers aus der Apartheid ausgerichtet, der sich für die Demokratie stark machte und von einem weißen Polizisten erschossen wurde. Die zwei Spiele, die wir hatten konnten wir leider nicht gewinnen, jedoch hat es unglaublich viel Spaß gemacht mit der Mannschaften an so einem Erlebnis teilzunehmen.

Steve Biko Turnier

Steve Biko Turnier

Steve Biko Turnier

Steve Biko Turnier

Als letztes waren wir noch mit unserer Schule bei einem großen Cricket Turnier in East London. Hierbei haben die Spieler teilgenommen, die, wie bereits im ersten Eintrag erwähnt, beim Sichtungstraining ausgewählt wurden. Auf einer großen Anlage direkt neben dem Buffalo Park (dem Stadion des ansässigen Cricket Teams) waren viele Schulen aus East London und Umgebung zu kommen um am Tuner teilzunehmen. Unsere Cricket Talente aus Tshabo haben sich super geschlagen und konnten auch den ein oder andern Sieg einfahren. Insgesamt war es ein ein super Tag mit den Kindern und es hat alles unglaublich viel Spaß gemacht. Wir haben es sogar geschafft ein paar Cricket Regeln aufzugreifen und sind nun auch fast Experten – aber nur fast.

Cricket Turnier im Buffalo Park

Cricket Turnier im Buffalo Park

Die waren die Eindrücke der letzten zwei Monate. Ich hoffe es hat euch gefallen.
Bis zu nächsten mal

Euer

Lukas

 

 

 

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Unsere ersten Wochen in Berlin

Die ersten paar Wochen sind nun rum und es ist kaum in Worte zu fassen, was wir alles erlebt haben.

Bereits am ersten Tag nach unser Ankunft sind wir mit Lars König, dem Abgesandten des Landes Niedersachen im Eastern Cape, in alle drei Einsatzstellen gefahren und wurden dort vorgestellt. Es war ein unbeschreiblicher Moment in den Augen der Kinder die Begeisterung zu sehen, dass nun endlich neue Freiwillige da sind. Es ist genau dieses Gefühl, das einem jeden Tag aufs neue begegnet, wenn wir mit dem Auto an unserer Schule ankommen. Besonders in den ersten Tagen haben die Kinder in ihren Klassen nur darauf gewartet, dass wir kommen und sind uns entgegengekommen, als sie unser Auto gehört haben. Unsere Kinder
Aber fangen wir bei unserem ersten richtigen Schultag an. Am Montag nach der Vorstellung war es dann endlich soweit. Auf dem sehr löchrigen Schotterweg zu unserer Schule sind wir natürlich direkt an unserem ersten Schultag mit dem Auto liegengeblieben. Zum Glück ist dies auf einer kleinen Erhöhung passiert, sodass wir das Auto schieben und ein gutes Stück mit ihm weiter rollen konnten. Nachdem wir dann aber endgültig nicht mehr weiter konnten mussten wir die letzten paar hundert Meter zu unserer Schule joggen um noch rechtzeitig dort anzukommen. Der Weg zur Schule
Wir mussten um 10 vor 8 in der Schule sein um zusammen mit Lehren und Schülern die Schulwoche einzuläuten. Dazu wurden wir zuerst von einer Lehrerin noch einmal offiziell als “Teacher” vor den Kinder vorgestellt und es wurde lautstark von allen Schülern für uns gesungen. Nachdem wir damit fertig waren haben einige Kinder aus der Grade 7 mich zu meinem Auto geführt und wollten es mit mir einen kleinen Berg hoch und zu unser Schule schieben, weil sie gesehen haben, wie wir liegen geblieben sind. Somit wurde dies quasi zu unserer ersten afrikanischen Sportstunde.
Aber wir hatten auch noch 2 weitere Klassen an diesem Tag mit denen wir viele verschiedene Spiele gespielt haben. Besonders “Who is scared of the lion” ist sehr beliebt bei den Kindern und lässt alle strahlen.
Ein weiteres Erlebnis an unserer Schule war ein Sichtungstraining für Kinder im Alter von neun Jahren für eine Cricketmannschaft, die ein großes Turnier in East London Cricket trainingspielt dieses Wochenende. Von mehreren Schulen kamen alle gleichaltrigen Spieler zusammen und ein professioneller Cricket Trainer hat nach Talenten Ausschau gehalten. Für alle Kinder war dies ein riesiges Erlebnis und es war zu sehen wie sehr die Kinder diesen Sport lieben.
Auch wenn es für meine Projektpartnerin und mich immer noch ein Rätsel ist, wie die Regeln dieses Sportes funktionieren war es auch für uns ein unglaublich schönes Ereignis mit den Kindern.Cricket training

 

 

 

 

Aber auch neben der Schule haben wir viel erlebt. Bereits am Nachmittag nach unserer Vorstellt in den Schulen waren unzählige von Kindern vor unserem Haus und wollten mit uns spielen oder Bälle von uns haben. Es ist ein unfassbar schönes Gefühl zu sehen wie glücklich man all diese Kinder machen kann und dass sie jeden Tag aufs neue zu unserem Haus kommen und mit uns zu spielen.

Das letzte große Ereignis war außerdem das Boat Race Festival in Port Alfred letzten Freitag bis Sonntag, mit fast allen Freiwilligen aus dem Eastern Cape. Port Alfred ist eine wunderschöne Stadt am Wasser. Am Sonntag nach dem Festival haben wir dies natürlich auch ausgenutzt und bei sonnigen 25 Grad den Rest des Tages bis zur Rückfahrt verbracht.

Dies waren meine ersten Eindrücke aus Südafrika. Ich melde mich bald bei euch wieder mit neuen Bildern und Berichten aus der wunderschönen Südafrika.

Euer

Lukas

Hallo !

Dies ist mein persönlicher Blog über meinen Freiwilligendienst in Südafrika.

Ein Jahr lang möchte ich euch hier in regelmäßigen Abständen über meine Eindrücke, Erfahrungen und Aktionen aus der „Regenbogen-Nation“ auf dem Laufenden halten.

Dabei werde ich euch gerne mit ausführlichen Berichten und tollen Fotos von meinen Erlebnissen an meinem Auslandsjahr in Südafrika teilhaben lassen.

An dieser Stelle möchte ich mich schon jetzt ganz herzlich bei allen Spendern bedanken, die mir dabei geholfen haben, dieses Auslandsjahr zu ermöglichen.

Bis zum nächsten mal 

Euer

Lukas